Der Halbmarathon am Wörthersee hat sich in den letzten 19 Jahren zu einem wahren Highlight der österreichischen und internationalen Laufszene entwickelt. Doch heuer war die Organisation des Laufevents ein echter Marathon. Bis zuletzt musste das Team von MJK Sportmarketing rund um Michi Kummerer gemeinsam mit dem Land Kärnten und der Stadt Klagenfurt um die diesjährige Ausgabe von Kärnten Läuft kämpfen. Mit vereinten Kräften hat man es letztendlich auch geschafft. Durch ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept sowie zahlreichen Änderungen im Programm und bei der Strecke geht das Lauf-Wochenende in die Geschichte des Laufsports ein. Aber am besten alles der Reihe nach.

Alles NEU in Klagenfurt

Bereits frühzeitig war klar, dass die beliebte „Running City“ am Metnitzstrand direkt am Wörthersee weichen muss. Und auch die Strecke mit Start direkt vor dem Schloßhotel in Velden ist heuer undenkbar. Das Wörthersee Stadion fungiert das gesamte Wochenende über als Dreh- und Angelpunkt des Events mit einem tollen Schleusensystem. Der Viertelmarathon wird bereits am Samstag ab 6.30 Uhr, der Halbmarathon dann am Sonntag ab 6.00 Uhr gestartet. Immer mit dem gleichen Startprozedere – in Blöcken von maximal 100 Teilnehmern geht alle 3 Sekunden ein Läufer auf die Strecke. Da die Blöcke in 15-Minuten-Intervallen starten, ist auch zwischen diesen noch genügend Zeit. Die Rahmenbewerbe wie Night Run und Frauenlauf laufen nach dem gleichen Schema ab.

Freude überwiegt

Ich starte am Sonntag auch selbst beim Halbmarathon, um mich vom Konzept und dem Ablauf zu überzeugen. Und es läuft alles total ruhig und diszipliniert ab. Trotz der ganzen coronabedingten Maßnahmen überwiegt bei allen Läufern ganz klar die Freude, hier starten zu können. Jeder Teilnehmer bekommt durch den Einzelstart auch seinen ganz persönlichen Auftritt. Noch schnell der Countdown – 3, 2, 1 – und schon geht’s LOS. Mit meiner Kamera bewaffnet nehme ich die 21,1 Kilometer lange Strecke in Angriff. Dabei begleite ich kurzerhand auch Isi, die den Halbmarathon in einer Zeit von 1:49 absolvieren möchte. Anfangs muss ich sie auch ordentlich bremsen, denn wie die meisten lässt sie sich zu einem zu schnellen Starttempo hinreißen.

Abwechslungsreiche Strecke

Die ersten Kilometer geht es entlang der Sattnitz und über den Schilfweg sowie das Seepark Hotel zum Wörthersee. Beim Wendepunkt bei der Friedel Promenade geht es anschließend durch den Europapark und entlang des Lendkanals in Richtung Zentrum. Ein Highlight ist in diesem Jahr ist auch der idyllische Lendhafen. Die neue Strecke ist jedenfalls sehr abwechslungsreich, wenn auch etwas verwinkelt und somit um ein paar Sekunden langsamer als die Originalstrecke. Aber das tut bei Hobbyläufern wohl nicht viel zur Sache. Wir spulen Kilometer für Kilometer ab und sind beim Blick auf die Uhr immer deutlich auf Kurs. Auf den letzten Kilometern kann ich Isi schließlich nochmals für ein schnelleres Tempo motivieren und begeistern.

Emotionaler Zieleinlauf

Schon ist das Wörthersee Stadion wieder in Sicht. Jetzt heißt es noch eine halbe Runde um dieses zu laufen, ehe wir auf der Rückseite direkt ins Stadion einbiegen. Laute Musik von DJ Tomz und die Moderation von Martin Patak sorgen für einen mehr als würdigen Empfang und Zieleinlauf. Es ist schon ein ganz besonderes Gefühl in ein 30.000 Zuschauer fassendes Stadion einzulaufen, auch wenn die Tribünen an diesem Tag aufgrund von Covid-19 leer bleiben. Mit einer Endzeit von 1:46 überqueren wir überglücklich die Zielrampe. Anschließend warten die Finishermedaille sowie die Ziellabe und das Finisher-Sackerl auf uns.

Äußerst positives Resümee

Kärnten Läuft hat gezeigt, dass mit einem kreativen Konzept und dem Zusammenwirken aller Kräfte auch in diesen schwierigen Zeiten vieles möglich ist. Das gesamte Wochenende ist reibungslos über die Bühne gegangen. Ich war sowohl als Crewmitglied als auch als Läufer hautnah am Geschehen mit dabei und habe die Veranstaltung aus allen möglichen Perspektiven betrachten können. Das überaus positive Feedback von allen Seiten – Teilnehmer, Partner, Behörden,… – unterstreicht auch meine Wahrnehmung ganz deutlich. Mittlerweile kommen immer mehr Anfragen von anderen Sportveranstaltern (national und international), die sich für das Konzept von Kärnten Läuft interessieren. Natürlich ist dieses aber nicht überall umsetzbar, da auch Infrastruktur, Strecke, Straßensperren und vieles mehr mitspielen müssen.