Zum bereits dritten Mal geht es für mich heuer zum Reschenseelauf. Und dennoch gleicht bisher keine Veranstaltung der anderen. Nach dem „klassischen“ Seelauf vor zwei Jahren folgt im Vorjahr im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums der Nightrun. Und heuer ist aufgrund von Corona sowieso alles anders. Dennoch schaffen es Gerald Burger und sein Team ein tolles Event als „Special Edition“ auf die Beine zu stellen. Bei der ausverkauften Sonderausgabe gehen heuer 2.000 Läufer einzeln in 20-Sekunden-Intervallen zwischen 7.00 und 19.00 Uhr an den Start. Aufgrund des Sicherheitskonzepts erstmals nicht beim versunkenen Kirchturm in Graun, sondern bei der Talstation der Schöneben-Bergbahn.

Reibungsloser Ablauf

Doch eines hat sich seit meiner Premiere 2018 keinesfalls geändert. Und zwar die traumhafte 15,3 Kilometer lange Strecke rund um den türkisblauen See auf rund 1.500 Höhenmetern. Umgeben von einer eindrucksvollen Bergkulisse im Vinschgau starte ich um 18.00 in meine Reschenseelauf „Special Edition“. Alles läuft äußerst diszipliniert ab. Nach der Kontrolle der Köpertemperatur checke ich mir direkt bei der Kasse der Schöneben-Bergbahn meine Startunterlagen. Auch das Startersackerl ist wieder gut gefüllt. Hier sind neben zahlreichen Goodies auch ein Schlauchtuch sowie ein 10€-Gutschein, der bei den Gastronomiebetrieben rund um den Reschensee eingelöst werden kann, enthalten.

Alleine, aber keinesfalls einsam

Anstelle des üblichen Massenstarts heißt es heuer also alleine auf die Strecke zu gehen. Mit meiner GoPro bewaffnet geht es entlang des Sees von Reschen in Richtung Graun. Von weitem ist hier bereits das bekannte Wahrzeichen – der versunkene Kirchturm im See – zu erkennen. Immer wieder laufe ich an einzelnen Läufern vorbei. Bei der Staumauer mit Blick auf „König Ortler“ angekommen, ist bereits mehr als die Hälfte des Weges absolviert. Doch der etwas anspruchsvollere zweite Teil wartet hier noch auf uns Teilnehmer. Denn auf der anderen Seite des Sees gibt es auch immer wieder ein paar kurze Steigungen zu bewältigen. Aber der stetige Anblick auf den See und der umliegenden Bergkulisse lassen auch diese Strapazen schnell vergessen.

Großes Lob an die Veranstalter

Angetrieben davon geht es auch schon in Richtung Ziel, welches ich nach einer Zeit von 1:08 erreiche. Zeiten sind bei der Sonderausgabe des Reschenseelaufs für die meisten Teilnehmer jedoch nebensächlich. Das Feedback der Läufer ist durchaus sehr positiv. Sie sind in erster Linie froh, wieder bei einem Laufevent dabei sein zu können und genießen die einzigartige Atmosphäre am Reschensee. Und das Organisationsteam um Gerald Burger hat gezeigt, wie man auch in Zeiten von Corona eine sichere Laufveranstaltung auf die Beine stellen kann. An dieser Stelle nochmals ein großes Lob dafür.

Panzersperre und am Fuße des Gletschers

Und wenn man schon in dieser traumhaften Umgebung ist, heißt es anschließend auch die Ferienregion Reschenpass im Vinschgau zu erkunden. Möglichkeiten gibt es jedenfalls zur Genüge. So führt mich heuer eine Wanderung unter anderem auf das Plamort direkt im Grenzgebiet zwischen Italien und Österreich. Die Verteidigungsanlagen mit der Panzersperre sowie den Bunkern, die man hier auch besichtigen kann, sind ganz besonders beeindruckend. Natur in seiner ursprünglichsten Form gibt es im Langtauferer Tal zu bewundern. Am oberen Ende des Tales befindet sich die Weißkugelhütte auf einer Höhe von 2.544 Metern am Fuße des Gletschers.

Pizza, Speck & Apfelstrudel

So viel Bewegung macht standesgemäß natürlich auch hungrig. Zum Glück hat das Vinschgau auch viele kulinarische Highlights zu bieten. Begonnen von der besten Pizza bei Katrin in St. Valentin bis hin zum Speckbrettl auf der Weißkugelhütte. Auch ein junges engagiertes Team auf der Brugger Alm verwöhnt Gäste beispielsweise mit einem köstlichen Apfelstrudel. Besonders engagiert zeigt sich auch die Gastgeberin im Garni Irene in St. Valentin. Im familiär geführten Betrieb kümmert sich die Chefin selbst um das Wohl ihrer Gäste. So geht es auch jeden Morgen mit einem guten Frühstück gestärkt in den Tag.