Die Tour de Tirol hat sich in den letzten Jahren bestens in der Trailrunning-Szene etabliert. Ein herausforderndes dreitägiges Event, bei dem die Teilnehmer an 3 Tagen insgesamt 75 Kilometer mit 3.500 Höhenmetern zurücklegen. Nachdem ich bereits beim Tour de Tirol-Meeting im Juni dieses Jahres mit dabei war, musste ich heuer natürlich auch zum ersten Mal zum Eventwochenende selbst nach Söll am Wilden Kaiser kommen. Aufgrund der Tatsache, dass ich wirklich NULL Berglauftraining und auch keine wirklich langen Einheiten in den Beinen hatte, wäre ein Gesamtstart alles andere als sinnvoll gewesen. So entschied ich mich den Kaisermarathon am Samstag auszulassen, dafür aber am Freitag beim Söller Zehner und auch am Sonntag beim Pölventrail zu starten.

Abendlauf zum Start ins Wochenende

Den Auftakt bildet wie gesagt der Söller Zehner am Freitagabend mit Start direkt im Ortszentrum von Söll. Von hier aus geht es über drei kupierte Runden zu je 2,9km mit jeweils einer kleinen Bergwertung. Wieder im Zentrum angekommen, folgt noch eine 1,3km lange Runde bis zum großen Festzelt nahe der Söller Bergbahn. Insgesamt sind auf den 10 Kilometern rund 250 Höhenmeter zu absolvieren. Beim Start regnet es noch leicht, doch nach wenigen Minuten ist Schluss damit und es herrschen perfekte Bedingungen für einen Abendlauf. Nicht nur der Lauf ist zum Genießen, denn bei der Ziellabe dürfen sich die Finisher über eine gscheite Tiroler Speckjause freuen. Als Finisher-Geschenk gibt es an Tag 1 leuchtend gelbe Race-Socken von JOL Sport.

Beim Hexenwasser ist Schluss

Beim Kaisermarathon am Samstag sind die Bedingungen jedoch wie im Vorfeld angekündigt alles andere als perfekt. Die Teilnehmer kämpfen mit Regen, Wind und kühlen Temperaturen. Das ist auch der Grund, warum das Rennen heuer nach gut 34 Kilometern beim Hexenwasser in Hochsöll beendet wird. Der letzte Anstieg mit den fehlenden knapp 8 Kilometern auf die Hohe Salve wäre zu gefährlich gewesen und so muss Veranstalter Martin Kaindl kurzfristig die Notbremse ziehen. Es ist aber definitiv die richtige Entscheidung an diesem Tag!
Ich kann den Tag nutzen, um auch ein wenig hinter die Kulissen zu blicken. Ich bin unter anderem beim Transport der Labestellen dabei. Hier sieht man auch mit welch logistischem Aufwand solch ein Event verbunden ist – mehr dazu gibt’s schon bald in einem eigenen Beitrag darüber. Anschließend sind wir dann noch unterwegs, um all jene Teilnehmer, die das Rennen aufgrund von Verletzungen, Kälteerscheinungen oder das Verpassen von Cut-Off-Zeiten vorzeitig beenden müsen, wieder sicher vom Berg ins Tal zu bringen.

Herrlicher Geländelauf: Der Pölventrail

Beim abschließenden Pölventrail am Sonntag ist dann aber zum Glück wieder Schluss mit dem Regen. Pünktlich um 9.00 Uhr mache ich mich gemeinsam mit über 500 Teilnehmern auf den Weg. Zur Sache geht es dann erstmals bereits nach rund 4 Kilometern, wo es im Gänsemarsch zick-zack nach oben geht. Aufgrund der Regenfälle des Vortags ist der Untergrund teils richtig weich und rutschig.

Nach der Labestelle im Steinbruch Bad Häring (rund KM14) wartet dann der härteste Abschnitt des Tages. Mitten durch den Wald geht es hinauf auf den höchsten Punkt des Trails – das Juffinger Jöchl auf 1.181 Meter, wo uns einige Zuschauer lautstark begrüßen. Nach einem kurzen Foto-Stopp geht’s anschließend wieder steil bergab. Wieder retour in Söll wartet nun noch die 1,3km lange Schleife (wie am Freitag) bis zum Ziel beim Festzelt. Aufgrund der Streckenänderung sind es heuer insgesamt gut 26 Kilometer mit 1.350 Höhenmeter. Nach der Speckjause am Freitag werden die Finisher bei der Ziellabe am Sonntag dann unter anderem mit 40 Meter Apfelstrudel verwöhnt. Passend zum Wetter gibt’s dann als Finisher-Geschenk noch eine coole Tour de Tirol Haube.

Rundum gelungenes Event

Das Resümee für meine erste Teilnahme bei der Tour de Tirol fällt äußerst positiv aus. Eine tolle Veranstaltung – perfekte Organisation und wunderschöne Strecken. Der Pölventrail am Sonntag ist ein Trailrun, wie man ihn sich wünscht. Richtig coole Natur- und Waldwege sorgen für ein unvergessliches Erlebnis. Auch wenn die Strecke wirklich sehr fordernd ist, nimmt man die Strapazen hier gerne auf sich.