Während einzelne Körperteile punktuell sehr stark belastet werden, wie beispielsweise die Achillessehne, läuft es bei der Wirbelsäule ganz anders ab. Denn hier handelt es sich um ein komplexes Gerüst von vielen kleinen Gelenken und den dazwischenliegenden Bandscheiben. Daher ist bei Problemen eine Abgrenzung bzw. Zuordnung viel schwieriger. Bei Beschwerden anderer Körperteile kann man diese entlasten, bei der Wirbelsäule ist dies jedoch nicht wirklich möglich. Die Wirbelsäule ist ausgelegt für eine symmetrisch gerade Belastung – sie soll im Alltag den Rumpf stabilisieren und hat eine „Stoßdämpferfunktion“. Gemeinsam mit Dr. Lukas Panzenböck vom Sportorthopädie Zentrum Hietzing nehme ich die komplexe Wirbelsäule beim Sport unter die Lupe.

Läufer haben seltener Rückenbeschwerden

Beim Sport selbst hat die Wirbelsäule eine eher passive Rolle. Sie hat eine Stützfunktion und fällt meist erst dann auf, wenn sie Probleme macht. Das häufigste Problem ist ein unspezifischer Rückenschmerz, den wohl jeder von uns kennt und am eigenen Leib verspürt hat. Wenn dieser nicht in die Beine ausstrahlt, verschwindet dieser meist innerhalb kurzer Zeit wieder von selbst. Es gibt auch eine weitere gute Nachricht für alle Läufer. „Im Vergleich zum Durchschnittspatient leiden Läufer seltener an Rücken- und Bandscheibenproblemen. Die schlechteste Belastung ist das Sitzen und die Computerarbeit. Beim Laufen werden die Bandscheiben abwechselnd zusammengequetscht und auseinandergezogen. Dadurch werden diese gut mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt“, ist Dr. Lukas Panzenböck überzeugt.

Auch wenn die Wirbelsäule einen geringeren Bewegungsumfang aufweist als andere Gelenke, bekommt sie es oftmals in konzentrierter Dosis ab. Die Ursachen dafür liegen meist weiter unten. Sprich bei Problemen im Fuß, Knie oder Becken, bei Beinlägendifferenzen oder auch wenn die Schuhe nicht passen, kann sich das schnell mal auf die Wirbelsäule schlagen.

Ein Auf und Ab

Bei bereits bestehenden Rückenschmerzen ist das Bergablaufen nicht zu empfehlen. Denn dabei fällt man von der Haltung eher in ein Hohlkreuz. Wenn hingegen die Bandscheibe beleidigt ist, sollte man auf zu viel Bergauflaufen verzichten. Hier ist man nach vorne geneigt und muss viele Rotationsbewegungen durch den Armschwung machen. Dies wirkt sich negativ auf die Bandscheibe aus. In Sachen Laufhaltung liegt das größte Potential bei Hüftbeuger- und strecker. Sind diese kräftig und gedehnt, wird die Sprung- und Flugphase verbessert – es ist somit ein effizienteres Laufen möglich. Bei einem verkürzten Hüftbeuger versucht man dies aus der Wirbelsäule zu kompensieren, was zu einem Hohlkreuz und in weiterer Folge zu Rückenschmerzen führen kann.

Eine starke Körpermitte

Natürlich kann man auch im Bereich der Wirbelsäule entsprechend vorsorgen. „Hier ist eine gezielte Kräftigung der gesamten Rumpfmuskulatur zu empfehlen, wie beispielsweise mit den unterschiedlichsten Plank-Varianten. Damit bekommt man eine gute Stabilität in der Körpermitte, was vor allem auch beim Trailrunning aufgrund der vielen Richtungs- und Impulsänderungen sehr wichtig ist. Aber auch für einen effizienten Laufstil ist eine starke Rumpfmuskulatur das Um und Auf“, so Dr. Lukas Panzenböck.

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