Aufgrund meiner Verletzung mit Leistenzerrung und Knochenmarksödem und den daraus resultierenden Berichten – u.a. Interview mit meinem behandelnden Arzt Dr. Ulrich Lanz – bekam ich in den letzten Monaten immer wieder Anfragen über meine Erfahrungen mit dem Umgang, Behandlung,… Und so kam auch die Bitte einen Beitrag über die Peroneussehnenentzündung zu erstellen. Dafür hab ich wieder auf das Fachwissen meines Arztes Dr. Ulrich Lanz zurückgreifen dürfen, der mir ein paar Fragen zu diesem Thema beantwortet hat!

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Was genau ist eine Peroneussehnenentzündung bzw. wie entsteht sie? 

Bei einer Peroneussehnenentzündung handelt es sich um eine Irritation der Sehnen des kurzen und des langen Wadenbeinmuskels (auch Peroneussehnen genannt), die  an der Rückseite des Außenknöchels zum Fuß verlaufen. Diese Sehnen haben die wichtige Funktion, beim Gehen das Umknicken zu verhindern und den Fuß zu stabilisieren. Die Entzündung entsteht in Folge einer sich wiederholenden Überlastung der Peroneussehnen, oft beim Sport.
Betroffene spüren oft Schmerzen und haben Schwellungen an der Rückseite des Außenknöchels. Außerdem hinken die Betroffenen häufig und können in manchen Fällen „stop and go“ Sportarten wie z.B. Tennis oder Fußball nicht mehr ausüben.
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Wie therapiert man eine Peroneussehnenentzündung?

Therapieziel ist, die Belastung dieser Sehnen zu reduzieren und dadurch die Entzündung zu verringern. Wie üblich, bei Sehnenentzündungen, wird zuerst die PECH Regel angewendet:
 
Pause – das betroffene Bein schonen und versuchen, bestimmte Aktivitäten zu pausieren,
Eis auflegen,
Compression – einen Kompressionverband verwenden und letztendlich
Hochlagern – das Bein hochlagern.
Darüber hinaus können entzündungshemmende Medikamente helfen, die Symptome zu lindern. Helfen diese ersten Maßnahmen nicht, kann man eventuell den Knöchel mit einer Schiene oder Bandage ruhig stellen. Physiotherapie wird oft begleitend verschrieben. Zusätzlich ist die Lasertherapie eine gute Behandlungsoption. In seltenen Fällen und als letzte Instanz kann auch eine Operation in Frage kommen, um etwaige größere Sehneneinrisse zu nähen.
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Was genau ist die Lasertherapie?

Seit langem ist die Lasertechnologie in der Medizin bekannt. Die Anwendung in der Orthopädie bei Wundbehandlungen und Schmerztherapie ist relativ neu. Der künstlich gebündelte Lichtstrahl des Laserlichts kann in verschiedenen Energiestärken und Wellenlängen eingestellt werden. So ist es möglich, noch effektiver und präziser am betroffenen Punkt zu arbeiten. In der Orthopädie kommen hauptsächlich Low-Level-Laser zum Einsatz. Die Behandlung ist schmerzlos, da die Lichtstärke sanft das Weichteilgewebe durchdringt und von den Patienten nicht wahrgenommen wird. Aber auch der Einsatz stärkerer LASER, bis hin zur Klasse 4 hat in letzter Zeit in der Orthopädie Eingang genommen. Die Wirkung auf die Zellen und die Eindringtiefe in das Gewebe werden verbessert und durch moderne Lichtdiffusoren wird eine allzu starke Wärmebildung verhindert.

Sonstiges was in diesem Zusammenhang für dich wichtig erscheint?

Die häufigste Ursache einer Peroneussehnenentzündung ist ein ausgeprägtes hohes Fußgewölbe, das die Peronealsehnen beim Gehen vermehrt belastet. Schuheinlagen sowie Schuhveränderungen können in diesem Fall helfen und prädisponierte Personen vor einer Entzündung der Peronealsehnen schützen. Trifft die Entzündung nach Sportaktivitäten auf, empfiehlt sich eine Kontrolle des Laufstils sowie Übungen zur Verbesserung der Koordination und zur Stärkung der Wadenmuskulatur!
Weitere Infos:
Dr. Ulrich Lanz
Schulterspezialist und Sportorthopäde
Daviscup- und ÖLV Teamarzt
www.lanzschulter.at
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